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Vereinschronik des Radsportvereins “Rheinperle” Oberhausen
Der Radsportverein Oberhausen wurde im Jahre 1923 in einer Gründungsversammlung im Gasthaus zum Hirschen, wo sich viele begeisterte Radsportler eingefunden hatten, um einen Verein zu gründen. In dieser Versammlung wurde auch anschließend die Vorstandschaft gewählt.
Als 1. Vorstand wurde Franz Wehrle, 2. Vorstand Ernst Hölle, Rechner Albert Merklin, Fahrwart Ignatz Naas ernannt. Der neu gegründete Verein wurde auf den Namen “Rheinperle” getauft. Als Gründungsmitglieder kann Josef Klär, langjähriger Rechner des Vereins als Zeitzeuge benannt werden.
Somit war der Verein auf eine rechtliche Grundlage gestellt und der sportliche Betrieb konnte aufgenommen werden. Das radsportliche Training fand großen Anklang, es wurde eifrig gefahren. Die Harmonie im Vereinsleben wuchs, so dass im Jahre 1925 das Stiftungsfest gefeiert werden konnte.
Am Festsonntag dieses Stiftungsfestes fanden Radrennen in drei Gruppen statt. Das Hauptrennen mit bekannten Fahrern Waibel aus Reute, Schnitzler aus Holzhausen und Armbruster aus St.Peter, um nur einige zu nennen. Das dritte Rennen war ein Tourenradrennen, an welchem nur Tourenräder zugelassen waren. An diesem Rennen nahmen auch Fahrer des eigenen Vereins teil.
Am Nachmittag des Festsonntags fuhr ein Festzug mit auswärtigen Vereinen durch die Dorfstraßen. Viele schöne Gruppen auf Fahrrädern verschönten den Festzug. Die Festzüge der Radfahrvereine mit den geschmückten Fahrrädern mit Blumen usw. wurden Korsofahren genannt. Die teilnehmenden Vereine wurden je nach Stärke der Teilnehmer in die Klasse A oder B mit oder ohne Korso eingestuft.
Nach der Auswertung des Festzuges über den Schmuck der einzelnen Vereine, nahm das Preisgericht die Preisverteilung vor. Zum Ausklang war Tanz auf dem Festplatz.
Am Festmontag wurde auf einer Rundstrecke von 7,5 km der Vereinsmeister ermittelt. Start: Schweizerhof – Weisweil – Kenzingerstraße – Leopoldskanalbrücke zum Schweizerhof. Diese Rundstrecke mußte dreimal durchfahren werden. Die Straßen waren damals noch nicht asphaltiert. Vom Verein nahmen über 20 Mitglieder an den Rennen teil. Vereinsmeister wurde Josef Klär, mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 38,5 km/h. Dieses Fest war ein voller Erfolg und hat das Ansehen des Vereins gefördert.
Der Verein war dem Verband “Concordia” angeschlossen. Im Vereinsbeitrag war eine Unfallversicherung eingeschlossen, welche für Unfälle beim Radfahren auch außerhalb der Vereinsfahrten haftete. Außerdem konnten Vereinsmitglieder mit dem Vereinsausweis mit dem Fahrrad ins benachbarte Elsaß (Frankreich) fahren. Der Vereinsausweise galt als Grenzkarte für Grenzgänger. Dies war damals auch mit der Grund, warum der Verein bis zu 180 Mitglieder zählte. Das Jahr des Stiftungsfestes hat den Verein in seiner Tätigkeit als Radsportverein bestätigt.
In der folgenden Generalversammlung des Jahres 1926 wurde die Vorstandschaft neu bestätigt. Hinzu kam neu in den Vorstand Josef Klär als Rechner und Otto Metzger als Schriftführer. So verging wieder das sportliche Vereinsjahr, es wurde an auswärtigen Radfahrfesten und Radrennen, sowie Korsofahren teilgenommen, die ersten Erfolge stellten sich ein.
Bei der Generalversammlung des Jahres 1927 gab es in der Vereinsführung einen Wechsel. Es wurde als 1. Vorsitzender Hermann Kohler gewählt. Die weiteren Vorstandsmitglieder behielten ihre Ämter.
In den Jahres der Vereinsführung von Hermann Kohler wurde die Aktivität im Radsport gestärkt. Es wurde an vielen Radrennen und Korsofahren teilgenommen. Dieser Erfolg zeigt auf, wie stark unsere Radfahrer gegenüber der Konkurrenz waren.
Ein spurtsicherer Fahrer war unser Vereinsmitglied Albert Duri, der an vielen Radrennen teilnahm, den Verein präsentierte und viele Siege einfahren konnte. Auch das Vereinsleben wurde gefördert, durch Ausflüge und Abendunterhaltungen. Hermann Kohler war ein großer Förderer des Rennsports. Fruchtbare Jahre der Vereinsarbeit vergingen, bis die Geschichte der Zeit, das Vereinsleben unterbrach. Durch die Kriegswirren sind dem Verein viele Pokale, Urkunden und Protokollbuch verloren gegangen. Während der Kriegsjahre ruhte das Vereinsleben.
Im Jahre 1950 wurde der Radsportverein neu geordnet und das Vereinsleben wieder aufgenommen. Die Vorstandschaft neu gewählt. 1. Vorstand Karl Kunzweiler, 2. Vorstand August Gass, Rechner Otto Horcher, sen. und Schriftführer Josef Jehle. Die sportliche Tätigkeit im Verein war sehr aktiv, man hatte an verschiedenen Festen und Treffen teilgenommen und beim Korsofahren wieder namhafte Preise errungen.
Im Juli 1953 konnte der Verein dann sein 30-jähriges Jubiläumsfest, verbunden mit der Bannerweihe, feiern.
Die sportliche Palette wurde durch den Saalsport erweitert. Einen schweren Rückschlag erlitt der Verein im Jahre 1956, der 1. Vorstand Karl Kunzweiler, erlitt einen tödlichen Verkehrsunfall. In einer außerordentlichen Versammlung wurde Otto Horcher, sen. zum 1. Vorstand gewählt. Somit war die Vereinsführung wieder voll geschäftsfähig, da Rudolf Zängle den Rechnerposten übernahm. Der Saalsport stand im Aufwind, bei den Bezirksmeisterschaften der Kunstfahrer im Jahr 1957 des Bezirks 3 Freiburg stellten die Schüler des Vereins mit Stefan Spießmann den Bezirksmeister. Im Jahr 1958 erlitt der Verein einen Rückschlag, der 1. Vorstand Otto Horcher, sen. verstarb durch einen Verkehrsunfall.
Im Jahr 1959 wurde der Verein von Alfons Reith und 1960 – 1963 von Otto Horcher, jun. Geführt. Das Vereinsleben in diesen Jahren war sehr schwach. Mit dem Zugang der Leichtathleten erhielt der Verein neuen Aufschwung. Die Vereinsführung wurde neu geordnet. Ernst Stehlin übernahm das Amt des 1. Vorstandes, Andreas Metzger das des 2. Vorstandes, die weiteren bisherigen Vorstandsmitglieder behielten ihre Ämter. Das Vereinsleben kam wieder in Schwung.
Die Abteilung Leichtathletik nahm an vielen Kreis- und Landesoffenen Wettkämpfen teil und erreichte hier große Erfolge. Auch das Korsofahren bei Radsportfesten bekam wieder mehr Aufschwung.
Vom 26. – 28. Juni 1965 feierte man das 40-jährige Jubiläum, verbunden mit dem Bezirksfest des Bezirk 3 Freiburg. Der Badische Rad- und Motorfahrerbund e.V. Freiburg beauftragte den Verein, die Ausrichtung der Bezirksmeisterschaft im Straßenfahren der Amateure und Jugend durchzuführen. Dieses Jubiläumsfest wurde gebührend gefeiert, es nahmen wieder auswärtige Vereine mit Blumenkorso am Festzug teil. In der Gemeinde und der näheren und weiteren Umgebung fand das Radsportfest große Beachtung.
Die neu geschaffenen Abteilungen Saalsport, Motorsport, Korsofahren und Leichtathletik brachten in der Vereinsführung einige Veränderungen. In der folgenden Generalversammlung wurde mit Mehrheit Oskar Morgenthaler zum 1. Vorstand, Paul Merklin zum 2. Vorstand gewählt, die weiteren Vorstandsmitglieder wurden in ihrem Amt bestätigt. In den Jahren 1966 – 1970 waren die Abteilungen Leichtathletik und Saalsport auf einer Leistungsstufe, dass sie sich mit überregionalen Sportlern messen konnten. Es würde zu weit führen, alle Wettkämpfe einzeln aufzuführen, wie der Leichtathletik, sowie dem Saalsport. Die Leichtathletik erreichte beim Endkampf der Süddeutschen Manschaftsmeisterschaften der Klasse B mit 11.839 Punkten den 3. Platz. Beim Saalsport erreichte Leo Dörle bei den gesamtbadischen Meisterschaften in Mannheim-Neckarau in der Amateurklasse mit 248,66 Punkten den 1. Platz.
Die Abteilung Motorsport kam nicht so recht in Schwung, dagegen die Radsportler und Wanderfahrer. Beim Korsofahren der Klasse B errang der Verein mit 21,83 Punkten den Bundesmeister und im Wanderfahren den 3. Wanderpreis des Bad. Radsportbundes. Das Leben im Verein nahm seinen Lauf. Rückschläge blieben nicht aus. Karl Franz Leiter der Abt. Leichtathletik ist durch einen Arbeitsunfall tödlich verunglückt. Im Jahr 1970 gab der bisherige 1. Vorstand aus gesundheitlichen Gründen sein Amt ab. Die Versammlung wählte Josef Huber, der dieses Amt bis 1972 inne hatte.
Als neue Sportart wurde 1971 das Volksradfahren “Trimm dich durch Sport” eingeführt, das bei der Bevölkerung gut ankam und im Laufe der Jahre immer größerer Beliebtheit erfreute. Im Jahr 1972 legte Josef Huber sein Amt als 1. Vorsitzender nieder. Geleitet wurde der Verein vom 2. Vorstand Martin Höldin. In der folgenden Generalversammlung übernahm Peter Koch den Vorsitz.
Das 1973 fällige 50-jährige Jubiläum wurde in einer kleinen Vereinsfeier gewürdigt. Als weitere Sportart wurde die Abteilung Volleyball gegründet. In kurzer Zeit spielten zwei Herren- und eine Damenmannschaft in den Rundenkämpfen. Der 1. Volleyballmannschaft gelang 1981 der Aufstieg in die Bezirksklasse, in der sie heute noch spielt.
Im Jahr 1983 feierte der Verein vom 17. – 20. Juni sein 60-jähriges Jubiläum, verbunden mit einem internationalen Straßenrennen “Rund um Rheinhausen”. Dieses Fest war ein großer Erfolg, die Einwohner von Rheinhausen und Umgebung nahmen regen Anteil. Da die Leichtathletik in den Hintergrund geraten ist, weil keine Rundbahn gebaut wurde, haben sich einige entschlossen, den Rennsport neu zu aktivieren. Der Erfolg stellte sich ein: Durch den Aufbau im Training der Schüler und Jugendlichen konnte der Verein einige Rennfahrer zu Erfolgen bringen. So wurde Hansi Schwörer 1985 Baden-Württembergischer Meister im Omnium-Fahren. Im Jahr 1986 wurde Thomas Huber in der Amateurklasse, Gesamtbadischer Bergmeister. In dieser zeit wurden die Rennfahrer von Josef Huber betreut. Später übernahm Siegfried Zängle die Rennabteilung und wieder erreichte der Verein Meisterehren.
Bei den Süddeutschen Jugendmeisterschaften errang Jürgen Zängle 1987 den Titel Süddeutscher Jugendmeister. Sobald aber ein Rennfahrer Leistungen erbringen kann, so wird er von Großvereinen und Sponsoren abgeworben. Der Verein bemüht sich auch weiterhin, Schüler und Jugendliche auszubilden. Auch in Zukunft werden in der Gemeinde Straßenrennen durchgeführt.
Auch die Abteilung Volleyball hat ihren Aufstieg. Die 1. Damenmannschaft und die 1. Herrenmannschaft spielen in der Bezirksklasse. Die Reservemannschaft in der Kreisklasse.
Auch im Jubiläumsjahr hatte der Verein einen herben Rückschlag hinnehmen müssen. Beim Volleyballtraining erlitt der Abteilungsleiter und Trainer einen tödlichen Herzanfall.
Werner Duri war im Verein ein Eckpfeiler und hinterläßt in der Abteilung eine große Lücke.
Auch bei Festen und Veranstaltungen der Öffentlichkeit, den örtlichen Vereinen hat sich der Radsportverein nach Möglichkeit beteiligt.
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